PHILOSOPHIE

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Der beste Kämpfer

Irgendwann stellt sich vielleicht jeder Kampfkunstschüler einmal die Frage, wer denn eigentlich der beste Kämpfer ist. Einige mögen glauben, es sei Ihr Meister. Andere denken, es sei der amtierende Weltmeister irgendeines Verbandes. Allzu selbstbewusste Zeitgenossen neigen sogar zu der vermessenen Einschätzung, sie seien es selbst. Eine kurzer Dialog zwischen Meister und Schüler soll zum Nachdenken und Schmunzeln anregen – oder den ein oder anderen „Überflieger“ aus seinem selbstgebauten Luftschloß zurückholen.

„Wer ist der beste Kämpfer?“, fragte ein Schüler seinen Meister.

„Geh hinaus auf das Feld beim Kloster“, sagte der Meister.
„Dort steht ein Felsen, beschimpfe ihn.“

„Warum soll ich das tun?“ fragte der Schüler.
„Der Felsen wird nicht antworten“.

„Dann greife ihn mit deinem Schwert an“, sagte der Meister.

„Auch das werde ich nicht tun. Mein Schwert würde zerbrechen“,
entgegnete der Schüler.
„Und griffe ich ihn mit meinen Händen an,
würde ich meine Finger verletzen, ohne etwas auszurichten.
Ich möchte wissen, wer der beste Kämpfer ist!“

„Der beste Kämpfer ist der, der dem Felsen gleicht“, sagte der Meister.
„Ohne die Klinge zu ziehen, gelingt es ihm zu zeigen,
dass niemand ihn besiegen kann.“